Wien Wirklich
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dasKakanien

Aussprache folgt

Wiener Wörter mit schillernder Geschichte
  1. 1

    (wörtlich)„das kakanische Reich“ (lautmalerisch nach der K.u.K. Monarchie „K[a]K[a]nien“ benannt, erdacht vom Wiener Literaten Robert Musil in seinem Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ [1930–1943], liegt zwischen Österreich und Ungarn und hat zwei Herrscher [einen Kaiser und einen König] in einer Person. Musil transformierte das Kürzel „k. k.“ oder „k. u. k.“ phonetisch und spöttisch in „Kakanien“. Lautmalerisch erinnert es auch an „kaka“, was kindlich (und bewusst despektierlich) ‚Kot‘ bedeutet – ein Hinweis auf das „Absurde“, „Verfaulte“ oder „Überlebte“ im System)

  2. 2

    (lit.)„Fantasieland“, „imaginäre Welt“, „absurde, überbürokratische Scheinwelt“ (Musils ‚Kakanien‘ steht für einen bürokratisch überladenen, erstarrten, selbstzufriedenen, aber kulturell reichen Staat, der zwischen Moderne und Vergangenheit taumelt und letztlich unfähig ist, sich zu reformieren)

  3. 3

    (scherzhaft als Metapher für)„die österreichisch-ungarische Monarchie der Habsburger zwischen 1867 und 1918“, „die K.u-K“.-Monarchie (Musil verwendete „Kakanien“ als satirischen Ausdruck für die bürokratische, vielvölkrige und langsam zerfallende Habsburger-Macht, mit einer Mischung aus Spott und Wehmut)

„Maunchmoi kumm I ma vua wia in Kakanien - bei uns kaunn wiaklich a jeeda Depp Hoofrod wean!“

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